Der Danner-Preis

Landeswettbewerb für das Kunsthandwerk in Bayern

1984 wurde zum ersten Mal der Danner-Preis ausgeschrieben, der seither im dreijährigen Turnus vergeben wird. Damit war eine neue Förderungseinrichtung geschaffen, die inzwischen überregionale Bedeutung genießt. Diese Prämierung – offen für alle Bereiche des Kunsthandwerks hat zum Ziel, einen Ansporn zu bieten zur Steigerung, Innovation und Fortentwicklung eines reichen kunsthandwerklichen Erbes. Besonders der Nachwuchs ist angesprochen. Darüber hinaus gelingt es dem Wettbewerb – verbunden mit stellung und Katalog –, eine breitere Öffentlichkeit zu gewinnen und diese für Formqualitäten zu sensibilisieren.

Die Auswahl der eingesandten Arbeiten erfolgt in mehreren Phasen. Eine sachkundige internationale Jury sichtet zunächst Diapositive und entscheidet über eine Teilnahme am Objektdurchgang. Erst dann trifft sie eine abschließende Auswahl, aus der dann wiederum die Preisträger und Aussteller hervorgehen. Anfangs wandte man sich vor allem an bayerische Kunsthandwerker mit abgeschlossener Berufsausbildung. Heute können sich alle hauptberuflich in ihrem Genre tätigen Gestalter beteiligen. Bedingung ist nach wie vor die deutsche Staatsangehörigkeit und Wohnsitz oder Werkstatt während der letzten fünf Jahre in Bayern. Die vorgeschlagenen Arbeiten sollten in jüngster Zeit (nicht älter als zwei Jahre) entstanden sein. Der Hauptpreis wird ergänzt durch mehrere Ehrenpreise. Das Interesse am Danner-Wettbewerb ist stetig gewachsen. 1984 handelte es sich noch um 166 Teilnehmer, von denen 69 zur Objektjury zugelassen wurden, eine Anzahl, die sich sukzessive steigerte. Der Danner-Preis '93 sprengte alle bislang bekannten Dimensionen mit einer Bewerberzahl von 345, von denen 140 in die Objektjury aufgenommen wurden. Dazu gehörten 101 Gold- und Silberschmiede, 70 Keramiker, daneben waren Holz, Glas, Textil und Metall vertreten.

Insgesamt hat sich herauskristallisiert, daß der Nachwuchs neue Wege sucht und – die herkömmliche Vorstellung einer Verschmelzung von Form und Funktion in Frage stellend – zu einer völlig anderen gestalterischen Sprache gelangt. Die Grenzen zwischen angewandter und freier Kunst sind zunehmend durchlässiger geworden. Die jungen Kunsthandwerker interessiert die klassische Trennung gar nicht mehr so sehr, sie öffnen sich vielmehr für alle schöpferischen Bereiche und lassen deren Impulse in ihre Werke einfließen. Weiterhin werden als Regulativ, als Mittel der Lenkung und Orientierung, vor allem die Schulen und Akademien eine entscheidende Rolle spielen. Ihr Anteil an der Entwicklung dieser aktuellen Strömungen ist sicherlich nicht zu unterschätzen. Gerade der Danner-Preis ist dazu gedacht, charakteristische und wichtige Tendenzen herauszufiltern und hervorzuheben. Es kommt daher der Jury vor allem darauf an, hohe international gültige Maßstäbe zu setzen. Nur so hat das Kunsthandwerk in Bayern eine Chance, dem internationalen Wettbewerb standzuhalten - gleichzeitig eine Garantie für seinen Fortbestand. Der Danner-Preis ist und bleibt einer der ganz wenigen hohen Auszeichnungen für Kunsthandwerk.

Pfeil nach oben