Internationaler Austausch in Landsberg – Kronenringe Residenz ein großer Erfolg

23.06.2026

Zwei Ausstellungen, zwei Künstlerinnen, zwei vollkommen unterschiedliche künstlerische Zugänge – und ein Ort, der international Aufmerksamkeit erregt: Die Kronenringe Jewellery Residency in Landsberg am Lech hat in ihrem ersten Jahr eindrucksvoll Fahrt aufgenommen.


Den Auftakt machte Angela Ciobanu (Rumänien, Jg. 1984) mit ihrer Ausstellung „Gespräche mit Barbara“ (Februar 2026). Die in Bukarest ausgebildete Architektin und Schmuckkünstlerin trat in einen tastenden Dialog mit den Fragmenten und Materialien, die Barbara Helleis in ihrer Werkstatt hinterlassen hatte. Aus diesem Zwiegespräch entstanden Stücke, die weder Barbaras Handschrift tragen noch typisch für Ciobanus eigene Arbeit sind – sondern etwas Drittes, das nur in dieser besonderen Konstellation entstehen konnte.

Nora Reitelshöfer (Deutschland, Jg. 1993) brachte als zweite Residentin eine gänzlich andere Haltung mit: Die Münchner Goldschmiedin und Diplomkünstlerin der AdBK erforschte Graphit und Streichhölzer als Schmuckmaterialien – Alltagsgegenstände, die sie mit konzeptueller Präzision neu befragt. Prof. Werner Kröner, Gesprächspartner bei der Vernissage im Mai 2026, stellte die entscheidende Frage: „Ein Schmuck lehrt den, der ihn trägt, wie er sich zu fühlen hat. Der Akzent liegt nicht darauf, wie ich nach außen wirke – sondern wie das Schmuckobjekt auf mich wirkt."


Wolfgang Lösche, langjähriger Leiter der Galerie Handwerk München, hatte bereits zur ersten Ausstellung den überregionalen Stellenwert des Programms betont: „Der Name Landsberg ist durch dieses Medium des zeitgenössischen Schmucks bereits international transportiert worden."


Initiator Wolfgang Hauck setzt das Programm gemeinsam mit dem Verein dieKunstBauStelle e.V. um. Er sieht einen großen Bedarf an solchen Angeboten – vergleichbare Residenzen für Schmuckkünstler:innen gibt es kaum, schon weil eine voll ausgestattete Goldschmiedewerkstatt mit Maschinen und Materiallager anderswo nur selten zur Verfügung steht.


Derzeit arbeitet Ari Pyörälä (Finnland, Jg. 1963) als dritter Resident in der Werkstatt – ein Beleg dafür, dass das Programm bewusst keine Altersgrenzen setzt.


Abbildung: Arbeitsplatz mit Werkstücken von Barbara Helleis, Foto: Christian Rudnik

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